Häufige Frage
Was tun bei einem Unfall mit einem Firmenfahrzeug?
Ein Unfall mit einem Firmenfahrzeug ist keine Seltenheit – wichtig ist, dass Ihre Fahrer gut vorbereitet sind und Sie als Flottenverantwortlicher klare Prozesse definieren.
Welche Schritte sind nach einem Unfall mit dem Firmenwagen wichtig?
- Unfallstelle sichern und Erste Hilfe leisten: Sicherheit hat oberste Priorität. Fahrer sollten die Unfallstelle absichern, gegebenenfalls den Notruf wählen und Erste Hilfe leisten.
- Polizei verständigen: Bei Personenschäden, unklarer Schuldfrage oder größeren Sachschäden sollte stets die Polizei informiert werden.
- Unfallbericht erstellen: Ein schriftlicher Unfallbericht inkl. Fotos, Skizzen und Daten der Beteiligten ist unerlässlich. Auch Zeugen sollten dokumentiert werden.
- Flottenmanager oder Fuhrparkleitung informieren: Der Fahrer sollte den Vorfall umgehend an die zuständige Person im Pkw-Fuhrparkmanagement melden.
- Versicherungsinformation bereitstellen: Auf Verlangen müssen Unfallbeteiligte dem Unfallgegner Name und Anschrift nennen, Führerschein und Fahrzeugschein vorweisen und nach bestem Wissen Angaben zur Haftpflichtversicherung machen. Auch die eigene Versicherung sollte direkt kontaktiert werden.
- Interne Dokumentation und Schadensmeldung: Ein strukturiertes internes Schadensmanagement sorgt dafür, dass keine wichtigen Informationen verloren gehen – z. B. über ein digitales Pkw-Flottenmanagement-System.
Extra-Tipp: Schulungen und ein klarer Notfallplan helfen dabei, im Ernstfall ruhig und professionell zu agieren. Welche Trainings sinnvoll sind, zeigt die FAQ Schulungen für Fahrer im Schadenmanagement.
Was schreibt das Gesetz am Unfallort vor?
Die Pflichten am Unfallort ergeben sich aus der Straßenverkehrs-Ordnung. Wer sich unerlaubt vom Unfallort entfernt, macht sich strafbar – auch bei einem kleinen Parkrempler.
§ 34 Abs. 1 StVO: Nach einem Verkehrsunfall hat, wer daran beteiligt ist, 1. unverzüglich zu halten, 2. den Verkehr zu sichern und bei geringfügigem Schaden unverzüglich beiseite zu fahren, 3. sich über die Unfallfolgen zu vergewissern, 4. Verletzten zu helfen (§ 323c des Strafgesetzbuchs), 5. anderen am Unfallort anwesenden Beteiligten und Geschädigten a) anzugeben, dass man am Unfall beteiligt war und b) auf Verlangen den eigenen Namen und die eigene Anschrift anzugeben sowie den eigenen Führerschein und den Fahrzeugschein vorzuweisen und nach bestem Wissen Angaben über die Haftpflichtversicherung zu machen, …
§ 142 Abs. 1 StGB: Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er 1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder 2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Bis wann muss der Schaden der Versicherung gemeldet werden?
Die Musterbedingungen des GDV für die Kfz-Versicherung (AKB 2015, E.1.1.1) sehen vor, dass jedes Schadenereignis, das zu einer Leistung des Versicherers führen kann, innerhalb einer Woche anzuzeigen ist. Die AKB sind unverbindliche Musterbedingungen – maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Vertrags. Welche Unterlagen Sie dafür brauchen, steht in der FAQ Dokumente im Schadensfall; den Ablauf beschreibt die FAQ Schritte der Schadensmeldung.
Weiterführende Infos zur Struktur und Optimierung Ihres Fuhrparks finden Sie in unserem Beitrag Einführung in das Fuhrparkmanagement.
Was sind die Vorteile eines digitalen Pkw-Flottenmanagements?
Ein modernes, digitales Pkw-Flottenmanagement vereinfacht Prozesse, senkt Kosten und erhöht die Transparenz. Es ermöglicht u. a.:
- Echtzeit-Überblick über Fahrzeugstandorte und -zustände
- Automatisierte Wartungserinnerungen
- Digitale Führerscheinkontrolle
- Effiziente Routenplanung
- Reduktion des Verwaltungsaufwands
Wie optimiere ich mein Pkw-Fuhrparkmanagement langfristig?
Eine langfristige Optimierung gelingt durch:
- Die Analyse von Betriebskosten (TCO)
- Die Einführung von Telematiksystemen
- Regelmäßige Fahrertrainings
- Nachhaltige Fahrzeugauswahl (z. B. E-Mobilität)
- Digitale Tools zur Verwaltung und Auswertung
Wann lohnt sich die Auslagerung des Flottenmanagements?
Ein externer Dienstleister kann sinnvoll sein, wenn:
- Sie viele Fahrzeuge im Einsatz haben
- Ihnen internes Fachwissen oder Kapazitäten fehlen
- Sie gesetzliche Pflichten zuverlässig abdecken möchten
- Sie ein skalierbares und transparentes System benötigen
Was sollte eine gute Flottenmanagement-Software leisten?
Eine leistungsstarke Software sollte:
- Schnittstellen zu Tankkarten, Leasinggesellschaften, Versicherungen bieten
- Berichte und KPIs automatisch generieren
- Benutzerfreundlich und mobil nutzbar sein
- DSGVO-konform arbeiten
- Modular erweiterbar sein
Verwandte Themen
Wer im Innenverhältnis für Schäden am Dienstwagen aufkommt, klärt die FAQ Regelungen bei Unfällen oder Schäden am Dienstwagen. Für Unfälle jenseits der Grenze siehe Unfälle im Ausland. Werden Beschäftigte auf dem Arbeitsweg verletzt, gelten die Regeln der gesetzlichen Unfallversicherung – mehr im Ratgeber Wegeunfall.
Unterstützung bei der Abwicklung bietet unser Schadenmanagement. Alle Themen in der FAQ-Übersicht – persönliche Beratung über unsere Kontaktseite.
