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Ladungssicherung VDI 2700a Schulung: 7 klare Unterschiede zur Unterweisung (mit Pflicht-Check)

Die Unterweisung zur Ladungssicherung ist Pflicht für alle Beschäftigten mit Ladungsbezug: mindestens einmal jährlich und dokumentiert (§ 12 ArbSchG, § 4 DGUV V1). Die Schulung nach VDI 2700 mit Ausbildungsnachweis VDI 2700a vermittelt dagegen vertiefte Fachkunde für Verantwortliche. Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht, sie gilt aber als Nachweis, wenn Aufgaben an fachkundige Personen übertragen werden.

Aktualisiert: · Veröffentlicht: · 10 Min. Lesezeit · Von Ketty Gomez

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesetzliche Basis: Ladung so sichern, dass sie auch bei Vollbremsung nicht verrutscht; anerkannte Regeln der Technik beachten (§ 22 StVO)
  • Unterweisung: Pflicht für alle Beschäftigten mit Ladungsbezug, mindestens jährlich, dokumentiert (§ 4 DGUV V1)
  • VDI-Schulung: vertiefte Fachkunde nach VDI 2700, Ausweis nach VDI 2700a – keine gesetzliche Pflicht, aber anerkannter Nachweis
  • Übertragung von Aufgaben: nur an zuverlässige und fachkundige Personen (§ 13 Abs. 2 ArbSchG)

Ladungssicherung VDI 2700a Schulung – drei Worte, die in vielen Betrieben den Unterschied zwischen Routine und Rechtsrisiko ausmachen. Trotzdem wird das Thema häufig „nebenbei“ behandelt – eine kurze Unterweisung hier, ein Hinweis im Fahrerhandbuch dort.

Die zentrale Frage lautet: Wer trägt die Verantwortung, wenn die Ladung rutscht – Fahrer, Verlader oder Unternehmer? Genau hier verläuft die Grenze zwischen Unterweisung und VDI-Schulung: Die eine informiert, die andere qualifiziert. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede, zeigt die rechtlichen Pflichten und liefert eine Entscheidungsmatrix inklusive Pflicht-Check für B2B-Flotten.

Warum ist das Thema jetzt wichtig?

Ladungssicherung ist kein Nice-to-have, sondern ein Sicherheits- und Haftungsthema. Moderne Lieferketten, Zeitdruck im Transport und Mischladungen erhöhen das Risiko. Gleichzeitig erwarten Kunden und Auftraggeber nachweisbare Compliance – gerade in B2B-Flotten.

In der Praxis zeigt sich immer wieder:

  • Unterweisungen werden nur „auf dem Papier“ durchgeführt.
  • Zurrmittel sind beschädigt oder falsch dimensioniert.
  • Verantwortlichkeiten zwischen Fahrer, Verlader und Disposition sind unklar.

Hier setzt die Kombination aus wiederkehrender Unterweisung und VDI-Schulung mit Ausweis an: Die Unterweisung schafft Bewusstsein, die Schulung vermittelt nachweisbare Fachkunde.

Welche Rechtsgrundlagen gelten, und wer ist verantwortlich?

Rechtsgrundlagen im Überblick
  • § 22 Abs. 1 StVO: Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.
  • § 23 Abs. 1 StVO: Wer ein Fahrzeug führt, hat dafür zu sorgen, dass die Ladung vorschriftsmäßig ist und die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung nicht leidet.
  • § 412 Abs. 1 HGB: Soweit nichts anderes vereinbart oder üblich ist, hat der Absender das Gut beförderungssicher zu laden, zu stauen und zu befestigen; der Frachtführer hat für die betriebssichere Verladung zu sorgen.
  • § 12 ArbSchG / § 4 DGUV Vorschrift 1: Arbeitgeber müssen ihre Beschäftigten unterweisen – erforderlichenfalls wiederholt, mindestens aber einmal jährlich, und dokumentiert.
  • § 13 Abs. 2 ArbSchG: Der Arbeitgeber kann zuverlässige und fachkundige Personen schriftlich beauftragen, ihm obliegende Aufgaben in eigener Verantwortung wahrzunehmen.
  • § 37 Abs. 4 DGUV Vorschrift 70: Die Ladung ist so zu verstauen und bei Bedarf zu sichern, dass bei üblichen Verkehrsbedingungen eine Gefährdung von Personen ausgeschlossen ist.

Als anerkannte Regel der Technik gilt die Richtlinienreihe VDI 2700. Welche Inhalte eine Ausbildung zur Ladungssicherung haben sollte und welche Qualifikation die Ausbilder brauchen, legt VDI 2700 Blatt 1 fest.

Der Unternehmer trägt die Gesamtverantwortung. Er kann Aufgaben an verantwortliche Personen für Ladungssicherung übertragen – aber nur an zuverlässige und fachkundige Personen. Eine VDI-Schulung ist dafür ein gut nachweisbarer Beleg.

Beteiligte PersonTypische PflichtRisiko bei Verstoß
FahrerVorschriftsmäßige Ladung vor und während der Fahrt (§ 22, § 23 StVO)Bußgeld, persönliche Haftung
Verlader / AbsenderBeförderungssicheres Verladen (§ 412 HGB)Zivil- und gegebenenfalls strafrechtliche Haftung
HalterKeine Inbetriebnahme mit nicht vorschriftsmäßiger Ladung zulassen (§ 31 Abs. 2 StVZO)Pflichtverstoß, Haftung
UnternehmerOrganisation, Unterweisung, Auswahl fachkundiger Personen (§§ 12, 13 ArbSchG)Organisationsverschulden
FuhrparkleitungAufgaben nur an fachkundige Personen übertragenPersönliche Verantwortung bei mangelhafter Auswahl

Die Halterpflicht aus § 31 Abs. 2 StVZO reicht über die Ladung hinaus und betrifft auch Fahrzeugzustand und Fahrereignung. Einen Überblick gibt der Ratgeber Fuhrparkmanagement und Halterhaftung.

Grundsatz der betrieblichen Ladungssicherung: „Unterweisung informiert – Schulung qualifiziert.“

Was gehört in die Unterweisung zur Ladungssicherung?

Unterweisung zur Ladungssicherung

Die Unterweisung zur Ladungssicherung (§ 12 ArbSchG, § 4 DGUV Vorschrift 1) dient der Sensibilisierung. Sie vermittelt grundlegende Gefahren, Pflichten und Verhaltensregeln – auf Basis der Gefährdungsbeurteilung – und wird mindestens einmal jährlich wiederholt.

Ziele der Unterweisung:

  • Bewusstsein für Risiken und rechtliche Konsequenzen schaffen
  • Grundprinzipien der Ladungssicherung erläutern
  • Betriebliche Abläufe und Zuständigkeiten transparent machen

Typische Inhalte:

  • Rechtliche Grundlagen (StVO, DGUV, ArbSchG, VDI als Stand der Technik)
  • Gefährdungsbeurteilung an Verladeplätzen und Fahrzeugen (welche Pflichten Beschäftigte bei Unterweisung und Gefährdungsbeurteilung haben, erklärt der Ratgeber Arbeitnehmersicherheit im Unternehmen)
  • Sichere Verladeabläufe und Kommunikation zwischen Fahrer, Verlader und Disposition
  • Grundlagen zu Zurrmitteln, Rutschgefahr und Fahrphysik
  • Betriebliche Regeln, etwa Checklisten, Freigabeprozesse und Meldewege

Dokumentation ist Pflicht: Datum, Thema, Dauer, Unterweisende, Teilnehmende, Unterschriften. Nur so ist die Unterweisung auditfähig. Welche Unterweisungspflichten im Fuhrpark sonst gelten, zeigt der Ratgeber DGUV Vorschrift 70.

Was vermittelt die VDI 2700a-Schulung?

VDI 2700a-Schulung

Mit „VDI 2700a-Schulung“ ist meist eine Schulung zur Ladungssicherung nach der Richtlinienreihe VDI 2700 gemeint, die mit dem Ausbildungsnachweis nach VDI 2700a abschließt. Sie richtet sich an Personen, die Verantwortung für die Ladungssicherung tragen.

Zielgruppen sind Fahrer, Verlader, Schichtleiter, Disponenten und Fuhrparkleiter. Im Fokus stehen Fachkunde und die Fähigkeit, Sicherungskräfte zu berechnen, statt nur Grundlagenwissen.

Typische Inhalte nach VDI 2700 Blatt 1 ff.:

  • Physikalische Grundlagen: Kräfte, Beschleunigungen, Reibung
  • Kraftschlüssige und formschlüssige Sicherung (Niederzurren, Direktzurren)
  • Reibbeiwert, Antirutschmatten und deren Einfluss auf die Sicherungskräfte
  • Auswahl, Prüfung und Kennzeichnung von Zurrmitteln (STF/LC, Etiketten, Ablegereife)
  • Zurrwinkel, Zurrpunkte, Lastverteilung, Schwerpunkt
  • Dokumentation, Nachweiskette, Umgang mit Kontrollen und Audits

Am Ende steht der Ausweis nach VDI 2700a, der bei Kontrollen und Audits als Fachkundenachweis dient. Art und Umfang der theoretischen Ausbildung und der praktischen Übungen für diesen „Ausbildungsnachweis Ladungssicherung“ beschreibt die Richtlinie VDI 2700a selbst (Ausgabe 2025-06).

Welche technischen Grundlagen sind wichtig?

Wer die physikalischen Grundlagen versteht, sichert effizienter und rechtssicher.

BegriffBedeutungPraxisrelevanz
STF (Standard Tension Force)Vorspannkraft des ZurrgurtsBasis für die Berechnung der Niederzurrkraft
LC (Lashing Capacity)Zulässige Zugkraft des ZurrmittelsMuss zur Ladung passen – steht auf dem Etikett
Reibbeiwert μReibung zwischen Ladung und LadeflächeAntirutschmatten erhöhen ihn deutlich
Zurrwinkel αWinkel des Gurts zur LadeflächeBei flachem Winkel sinkt die Wirkung des Niederzurrens stark
KraftschlussSicherung durch Reibung, etwa NiederzurrenAbhängig von STF, Reibbeiwert und Zurrwinkel
FormschlussSicherung durch lückenloses VerladenStirnwand, Keile, Trennwände – kein Spiel zur Ladung

Worin unterscheiden sich Unterweisung und Schulung?

In vielen Betrieben wird die einfache Unterweisung fälschlicherweise als „Schulung“ verkauft. Für eine rechtssichere Organisation hilft ein klarer Vergleich – die sieben wichtigsten Unterschiede:

AspektUnterweisung LadungssicherungVDI-Schulung mit Ausweis VDI 2700a
1. ZielBewusstsein und BasiswissenFachkunde und Berechnung von Sicherungskräften
2. Grundlage§ 12 ArbSchG, § 4 DGUV Vorschrift 1VDI 2700 Blatt 1 als anerkannte Regel der Technik
3. Pflicht?Ja, für alle Beschäftigten mit LadungsbezugKeine gesetzliche Pflicht, aber Nachweis für Fachkunde (§ 13 ArbSchG)
4. TurnusMindestens jährlichKeine Vorgabe; in der Praxis oft alle 3–5 Jahre oder anlassbezogen
5. NachweisUnterweisungsprotokoll (Datum, Inhalt, Unterschriften)Ausweis mit Inhalten, Umfang und Ausbilder
6. ZielgruppeAlle Beschäftigten mit LadungsbezugVerantwortliche Personen (Fahrer, Verlader, Führungskräfte)
7. UmfangKurz, intern durchführbarUmfangreicher, mit Praxisteil und Prüfung

Pflicht-Check – Kurzfassung:

  • Alle Beschäftigten mit Ladungsbezug → jährliche, dokumentierte Unterweisung.
  • Verlader, verantwortliche Personen, Fuhrparkleitung → VDI-Schulung mit Ausweis empfohlen.
  • Übertragung von Verantwortung → nur an nachweislich fachkundige Personen.

Wie setzen Sie das im Betrieb um?

Ein wirksames Sicherheitskonzept kombiniert Unterweisung und Schulung in einem abgestimmten System.

Ladungssicherung im Betrieb organisieren: von der Gefährdungsbeurteilung zum Nachweis
  1. Gefährdungen beurteilen: Verladeplätze, Fahrzeuge, Ladungsarten und Zurrmittel erfassen.
  2. Alle unterweisen: Beschäftigte mit Ladungsbezug mindestens jährlich und anlassbezogen unterweisen.
  3. Verantwortliche qualifizieren: Verlader, Schichtleitung und Fuhrparkleitung nach VDI 2700 schulen lassen.
  4. Aufgaben schriftlich übertragen: nur an zuverlässige und fachkundige Personen (§ 13 Abs. 2 ArbSchG).
  5. Zurrmittel kontrollieren: Sichtkontrolle vor jeder Fahrt, dazu regelmäßige Prüfung.
  6. Dokumentieren: Unterweisungsprotokolle, Schulungsnachweise und Prüfungen auditfähig ablegen.

Grundlagen: §§ 12, 13 ArbSchG, § 4 DGUV Vorschrift 1, § 22 StVO. Reihenfolge als Praxisempfehlung. Stand 26.10.2026.

MaßnahmeZielgruppeIntervallAuslöser für Extra-Termin
Unterweisung LadungssicherungAlle Beschäftigten mit LadungsbezugMindestens jährlichNeue Fahrzeugtypen, Zurrmittel, Unfälle, neue Kundenanforderungen
VDI-SchulungVerlader, Fahrer, Schichtleiter, FuhrparkleiterNach betrieblicher FestlegungFunktionswechsel, neue Verantwortung, Rechtsänderungen
Zurrmittel-KontrolleVerantwortliche PersonenSichtkontrolle vor jeder Fahrt, dazu regelmäßige PrüfungSichtbare Beschädigungen, Ablegereife

Qualitätsmerkmale einer guten VDI-Schulung:

  • Ausbilder mit nachweisbarem VDI- und Praxishintergrund (VDI 2700 Blatt 1 nennt Anforderungen an die Qualifikation)
  • Abstimmung mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit, die Unterweisungsinhalte und Gefährdungsbeurteilung kennt (zu ihrer Rolle siehe Fachkraft für Arbeitssicherheit: Aufgaben und Pflichten)
  • hoher Praxisanteil mit Fahrzeugen, Ladung, Gurten und realen Szenarien
  • Prüfung, etwa Test und Übungsaufgaben, und Ausweis
  • Dokumentation der Teilnahme für Audits, Kundenanforderungen und ISO-Systeme

Welche Fahrerschulungen es darüber hinaus gibt, beschreibt die Seite Fahrerschulungen für Dienstwagennutzer.

Welche Fehler sollten Sie vermeiden?

Typische Stolpersteine in der Praxis:

  • Unterweisung mit Schulung verwechseln: Nur Unterweisungen, kein Nachweis der Fachkunde – die Übertragung von Verantwortung ist dann schwer zu belegen.
  • Zurrmittel nicht geprüft: beschädigte Gurte, fehlende Etiketten, überschrittene Prüfintervalle.
  • Auffrischung versäumt: Schulungen liegen Jahre zurück, ohne aktuelle Praxisbeispiele oder Rechtsänderungen.
  • Dokumentation unvollständig: fehlende Teilnehmerlisten, keine Inhalte, keine Unterschriften.
  • Technik-Grundlagen ignoriert: Reibbeiwert geschätzt, Zurrwinkel nicht beachtet, Lastverteilung vernachlässigt.

Kleine Fehler im Alltag können große Folgen haben – von Bußgeldern bis zur persönlichen Haftung von Geschäftsführung und verantwortlichen Personen.

Welche Formate gibt es?

FormatUnterweisungVDI-Schulung
DurchführungIntern, etwa durch Sicherheitsfachkraft oder FührungskraftDurch qualifizierte Ausbilder
Inhouse-Option✓ Jederzeit möglich✓ Möglich, vor allem bei mehreren Teilnehmenden
Online-Format✓ Geeignet für Grundlagen✗ Nur für Theorie; Praxisteil gehört dazu
NachweisUnterweisungsprotokollAusweis nach VDI 2700a

Fazit: Unterweisung oder Schulung?

Im Bereich Ladungssicherung lautet die Antwort: beides – aber klar getrennt. Die Unterweisung sichert das Bewusstsein, die VDI-Schulung die nachweisbare Qualifikation.

7 Punkte auf einen Blick:

  • § 22 StVO und die Richtlinienreihe VDI 2700 bilden die rechtliche und fachliche Basis.
  • Die Unterweisung ist Pflicht des Arbeitgebers – mindestens jährlich (§ 4 DGUV V1).
  • Die VDI-Schulung schafft Fachkunde für verantwortliche Personen; ein gesetzlicher Turnus besteht nicht.
  • Aufgaben dürfen nur an zuverlässige und fachkundige Personen übertragen werden (§ 13 ArbSchG).
  • Nachweise müssen auditfähig und aktuell sein.
  • Technik-Grundlagen wie Reibbeiwert, Zurrwinkel und STF/LC müssen verstanden werden.
  • Ein integriertes Konzept steigert Sicherheit und Effizienz im Fuhrpark.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Unterweisung und VDI 2700a-Schulung?

Die Unterweisung (§ 12 ArbSchG, § 4 DGUV V1) vermittelt Basiswissen und sensibilisiert alle Beschäftigten für die Risiken der Ladungssicherung. Die Schulung nach VDI 2700 baut vertiefte Fachkunde auf, behandelt Berechnungen, STF/LC-Werte und technische Details und schließt mit dem Ausbildungsnachweis nach VDI 2700a ab.

Wie oft muss zur Ladungssicherung unterwiesen werden?

Mindestens einmal jährlich, dokumentiert (§ 4 DGUV Vorschrift 1), zusätzlich anlassbezogen – etwa bei neuen Fahrzeugen, Zurrmitteln, Kundenanforderungen oder nach Unfällen. § 12 ArbSchG verlangt zudem eine Unterweisung bei Einstellung und bei Veränderungen im Aufgabenbereich.

Ist die VDI 2700a-Schulung Pflicht?

Gesetzlich nicht. Wer jedoch Aufgaben der Ladungssicherung an Mitarbeitende überträgt, muss zuverlässige und fachkundige Personen auswählen (§ 13 Abs. 2 ArbSchG). Der Ausweis nach VDI 2700a ist ein verbreiteter Nachweis dieser Fachkunde – ohne ihn ist die Übertragung schwerer zu belegen.

Reicht eine Online-Unterweisung zur Ladungssicherung aus?

Für Grundlagen und Wiederholungen kann sie genügen, wenn sie auf den Arbeitsplatz zugeschnitten ist (§ 12 ArbSchG). Für praktische Fachkunde, Berechnungen und den sicheren Umgang mit Zurrmitteln ist ein Präsenz- oder Blended-Format mit Praxisteil sinnvoll.

Wie lange gilt das VDI 2700a-Zertifikat?

Eine gesetzliche Frist gibt es nicht. Viele Unternehmen planen Auffrischungen alle drei bis fünf Jahre – abhängig von Risikoprofil, Kundenanforderungen und internen Vorgaben; eine verbindliche Vorgabe dafür ist das nicht.

Wer haftet bei Verstößen gegen die Ladungssicherung?

Je nach Pflichtverletzung Fahrer, Verlader und Unternehmer. Der Fahrer ist für eine vorschriftsmäßige Ladung verantwortlich (§ 23 StVO), der Absender für die beförderungssichere Verladung (§ 412 HGB), der Halter darf die Inbetriebnahme mit nicht vorschriftsmäßiger Ladung nicht zulassen (§ 31 Abs. 2 StVZO).

Was kostet eine VDI 2700a-Schulung?

Das hängt von Anbieter, Umfang und Gruppengröße ab. Vergleichen Sie, ob Praxisteil, Prüfung und Ausweis im Preis enthalten sind und ob eine Inhouse-Schulung für Ihre Teilnehmerzahl günstiger ist.

Was bedeuten STF und LC bei Zurrmitteln?

STF (Standard Tension Force) ist die Vorspannkraft des Gurts, LC (Lashing Capacity) die zulässige Zugkraft. Beide Werte stehen auf dem Etikett des Zurrmittels und sind Grundlage für die Berechnung der erforderlichen Sicherungskräfte.

Können Unterweisung und Schulung unabhängig voneinander geplant werden?

Ja. Unterweisung und VDI-Schulung folgen unterschiedlichen Zyklen und können getrennt geplant werden. Wichtig ist eine lückenlose Dokumentation beider Maßnahmen.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Über die Autorin

Ketty Gomez, Fachautorin für Flottenmanagement & Arbeitssicherheit bei carvion

Ketty Gomez ist Fachautorin für Flottenmanagement und Arbeitssicherheit bei carvion und schreibt praxisnah über Fuhrparkprozesse, Car-Policy und Dienstwagenbesteuerung.

Kontakt: carvion.com/kontakt

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